Burkardushaus Würzburg

Fassade aus massivem römischen Travertin von Hans Kern

Steinsorten

Römischer Travertin, Wachenzeller Dolomit, Kehlheimer Auerkalk

Planungsbüro

Bauamt Diözese Würzburg

Realisierung

Hans Kern Naturstein GmbH, SteinGalerie Werksteinbetriebe Würzburg GmbH

Lieferant

Domus Marmi Srl. Travertine Mining, Tivoli und Kelheimer Naturstein GmbH & Co. KG

Das 1954, angliedernd an den Würzburger Dom, errichtete St. Burkardushaus wurde in den Jahren von 2011 bis 2015 grundsaniert und zum Tagungszentrum umgebaut. Der zuvor größtenteils ungenutzte Vorplatz der Gebäude wurde im Zuge der Sanierung um einen Kunstausstellungs-Pavillon und Außensitzgelegenheiten erweitert. Die Fassade der Kunstausstellung besteht aus massiven, 12,5 cm starken, bis zu 280 cm hohen, vertikal gebänderten Werksteinen aus römischem Travertin. Durch rückversetzte, handgespaltene, Einlegesteine wird die Fassadengliederung im Abstand von 80 cm immer wieder aufgelockert. Auf der Dachkonstruktion des Pavillons wurden 76 konisch zulaufende Dachsteine mit seitlichen Ornamenten installiert. Diese 45cm hohen Steinlamellen ebenfalls aus dem „Vatikanstein“ sind mit nicht sichtbaren Bolzen an der Dachkonstruktion befestigt.

Das Highlight der öffentlich zugänglichen Installation ist die technisch einmalige, umlaufende, Pergola mit nicht sichtbar vorgespannten, bis zu 315 cm langen, 70 cm breiten und 15 hohen Dachsteinen. Diese Konstruktion wurde gemeinsam mit der LGA Würzburg speziell für dieses Bauvorhaben entwickelt. Die knapp 100 Meter dieser in ca. drei Meter Höhe durchlaufenden Pergola-Verdachung sind zum Teil am Kunst-Pavillon bzw. auf senkrechten Stahlsäulen aufgelagert.

Die Südfassade des Gebäudes wurde im Erdgeschoss mit 4cm starken Travertinsteinen bekleidet. Der Blickfang hier sind die 260 cm hohen aus einem schlanken Stück, trapezförmig gesägten, unsichtbar vorgespannt und abgelasteten 35 Lamellensteine, welche von einer 8 cm starken Fensterbank aufgehen um den dahinterliegenden Tagungssaal zu beschatten und gleichzeitig die Lichtdurchflutung gewährleisten. Zusätzliche Eingänge in das Untergeschoss der beiden Hauptgebäude wurde durch einen neu erstellten Lichtgraben erschaffen. Die „Lichtgrabenwände“ wurden mit großformatigen Travertinplatten verkleidet. Als Abschluss wurde eine der bischöflichen Kopfbedeckung „Mitra“ gleichende massive Steinabdeckung „aufgesetzt“. Die Treppenanlage vom eigentlichen Platz in den Lichthofwurden 22 massive Blockstufen aus geschliffenem Wachenzeller Dolomit verbaut, die beidseitig mit einer durchgehenden Kehrrinne aus Kelheimer Auerkalk eingefasst sind.

Ebenfalls ist der Platz mit Steinen aus Kehlheimer Auerkalk gepflastert.