Nachhaltige Konzepte für die Zukunft: Wiederverwendung von Naturstein
Bauen im Einklang mit Klima und Materialkreisläufen
Heute erfordert nachhaltiges Bauen mehr als nur ästhetische Lösungen – gefragt sind Baumaterialien, die den Wasser- und Energieverbrauch schonen, negative Umwelteinwirkungen minimieren und regionale Kreisläufe stärken. Der Einsatz nachhaltiger Baumaterialien wird immer mehr zum Qualitätsnachweis und zum Standard, an dem sich Gebäude messen lassen müssen. Naturstein bietet hier Lösungen, die zunehmend von Architekten und Bauherren für zukunftsorientierte Projekte genutzt werden.
Naturstein erfüllt die Anforderungen des nachhaltigen Bauens: Stein ist langlebig, weltweit verfügbar, wiederverwendbar und klimafreundlich mit einem sehr geringen CO₂-Fußabdruck. Im Gegensatz zur energieintensiven Herstellung von Beton oder Stahl kommt Stein bereits «naturgebrannt» aus der Natur. Naturstein benötigt nur eine sehr geringe Energieaufwendung für die Natursteingewinnung, Fracht und Verarbeitung. Die Weiterverarbeitung der Rohsteinblöcke in Naturwerksteinelemente wird heute bereits häufig mit 100 % Grünstrom in modernen Produktionswerken umgesetzt. Nach der Steingewinnung werden die Steinbrüche renaturiert, wodurch neue Biotope für verschiedene Tierarten entstehen. Die Wiederverwendbarkeit von Naturstein unterstützt zudem die zirkuläre Bauweise.
Ein Beispiel ist der von HOFMANN NATURSTEIN entwickelte Naturstein-Recycling-Klinker, der auf der BAU-Messe in München mit dem Innovationspreis 2025 ausgezeichnet wurde. In den folgenden Interviews mit Anette Schmidt (Schön + Hippelein Natursteine) und Markus Holder (KSV Natursteinwelt) erfahren Sie mehr über die Bedeutung nachhaltigen und zirkulären Bauens für unsere Mitglieder.
Naturstein-Recycling-Klinker gewinnt Innovationspreis 2025.
Anlässlich der Vergabe des Innovationspreises Architektur+Bauwesen auf der BAU-Messe in München konnten die beiden Familienunternehmen HOFMANN NATURSTEIN und Girnghuber (GIMA) die Jury mit ihrem gemeinsam entwickelten Naturstein-Recycling-Klinker begeistern und überzeugen. Hierbei wird der klassischen Klinkermasse als Sekundärrohstoff Natursteinsägeschlamm hinzugefügt, welcher im Zuge der Werksteinproduktion beim Zuschnitt von Rohblöcken anfällt. Zusammen mit anderen wiederverwendbaren Bestandteilen lässt sich ein Recyclinganteil von bis zu 40% bei dieser Produktion erzielen. Naturstein-Recycling-Klinker können in vielfältigen Farben und individuellen Formaten produziert werden. Ebenso können mittels Salz- und Kohlebrand einzigartige Farbeffekte erzielt oder Klinkerfertigteile hergestellt werden.
Interview mit Anette Schmidt von Schön + Hippelein Natursteine
«Naturstein-Recycling ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll.»
Frau Schmidt, welche Vorteile entstehen, wenn Städte vorhandene Materialien recyceln, anstatt kontinuierlich neue Natursteine abzubauen?
Die Entscheidung, vorhandene Materialien zu recyceln, bietet zahlreiche Vorteile für Städte. Durch das Recycling wird der Bedarf an neuen Rohstoffen erheblich reduziert. Dadurch lassen sich die Abbaukosten sowie auch die CO2-Emissionen, die während des Abbaus entstehen, reduzieren. Hinzu kommt, dass Deponie- und Endlagerflächen geschont werden, da weniger Abfallprodukte anfallen.
Wie trägt die Wiederverwendung von Natursteinpflaster zur Schonung von Deponievolumen bei?
Die Wiederverwendung von Natursteinpflaster hat einen positiven Einfluss auf das Deponievolumen, da das Material zusätzlich sortiert werden kann und ein großer Anteil für den Wiedereinbau verwendet werden kann. Aus den übrig gebliebenen Resten lässt sich zudem Schotter herstellen. Dies führt dazu, dass weniger neues Material abgebaut werden muss. Durch die Wiederverwendung wird somit der gesamte Abfall reduziert und Deponieflächen werden entlastet.
Auf welche Weise kann die Wiederverwendung von Natursteinen zu einem Vorbildprojekt für die Kreislaufwirtschaft in anderen Städten werden?
Die Wiederverwendung von Natursteinen kann als Vorbildprojekt für die Kreislaufwirtschaft in anderen Städten fungieren, indem die Ressourcenschonung ins Zentrum rückt. Durch den vermehrten Einsatz von langlebigen, natürlichen Produkten wie Naturstein wird ein Bewusstsein für nachhaltige Praktiken geschaffen. Dies kann andere Städte inspirieren, ähnliche Ansätze zu verfolgen und die Kreislaufwirtschaft so aktiv zu unterstützen.
Interview mit Markus Holder von KSV Natursteinwelt
«Granitpflaster-Wiederaufbereitung ist gelebte Ressourcenschonung.»
Herr Holder, welche ökologischen Vorteile ergeben sich durch die Wiederaufbereitung von Granitpflastersteinen?
Die Wiederaufbereitung von Granitpflaster ist gelebte Ressourcenschonung: Bestehende Steine werden gereinigt, sortiert und bei Bedarf aufbereitet (Kopfschnitt) – ganz ohne energieintensive Neuproduktion. Das spart Rohstoffe, reduziert CO₂-Emissionen und erhält den ursprünglichen Charakter des Materials. Jeder wiederverlegte Pflasterstein steht damit für ein Stück aktiven Klimaschutz und nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Wie beeinflusst die Wiederverwendung von Naturstein die langfristigen Instandhaltungskosten im Vergleich zu anderen Materialien?
Naturstein ist extrem langlebig – oft über Generationen hinweg. Seine Wiederverwendung spart nicht nur Materialkosten, sondern auch Aufwendungen für Entsorgung und Neubeschaffung. Im Gegensatz zu künstlichen Baustoffen altert Naturstein würdevoll und bleibt dauerhaft funktional und ästhetisch. Für Kommunen und Bauherren bedeutet das: geringere Lebenszykluskosten und ein dauerhaft hochwertiges Erscheinungsbild.
Wie können revitalisierte Pflasterflächen zugleich historische Stadtbilder bewahren und moderne Ansprüche an Barrierefreiheit erfüllen?
Naturstein verbindet Tradition und Zukunft. Durch die Wiederverwendung historischer Pflastersteine bleibt das charakteristische Stadtbild erhalten – ein wichtiger Beitrag zur Identität und Authentizität öffentlicher Räume. Gleichzeitig ermöglichen moderne Bearbeitungs- und Verlegekonzepte, etwa mit ebenflächig gesetzten Steinen und barrierefreien Übergängen, eine zeitgemäße Nutzung für alle Generationen. So entsteht Stadtgestaltung, die Geschichte respektiert und Zukunft gestaltet.
Unsere Natursteinprofis wissen wie
Möchten Sie mehr über die nachhaltige Wiederverwendung von Naturstein erfahren? Unsere Experten beraten Sie gerne mit praxisnahen Lösungen für ressourcenschonende Bauprojekte.