Arbeitsplatten und Massivtheken aus natürlichen Materialien liegen im Trend

Küchen mit Naturstein: nachhaltig und individuell

Vielfalt, Funktion und Emotion: Mit dieser Mischung sichert sich Naturstein einen festen Platz in der Küche. Seine optischen Vorzüge und technischen Eigenschaften machen ihn zur ersten Wahl für attraktive und robuste Arbeitsflächen.

Die Küche entwickelt sich immer mehr zu einem Mittelpunkt des Wohnens. Offene Grundrisse, großzügige Kücheninseln und fließende Übergänge zum Wohnbereich prägen das Design. Bei Sanierungen werden sogar Wände entfernt, damit großformatige Arbeitsflächen genug Platz finden und sich im Raum entfalten können. All das zeigt: Küchen dienen längst nicht mehr nur der Essenszubereitung, sondern werden zum Treffpunkt für Familie und Freunde. Auch technische Entwicklungen unterstützen diesen Wandel – Dunstabzüge zum Beispiel verschwinden zunehmend in die Arbeitsplatte und lassen den Raum offener wirken.

Natürlichkeit ist Trumpf

Farbe, Struktur und Textur entstehen durch die mineralogische Zusammensetzung des Gesteins und seine natürliche Entstehung. Jede Platte weist daher ein individuelles Erscheinungsbild auf. Unterschiede in Farbe und Maserung sowie Poren, Adern, Einschlüsse oder tektonische Risse gehören zu den materialtypischen Eigenschaften und sind unverwechselbare Zeichen der Natürlichkeit. Solche natürlichen Unterschiede sollten bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Bei Projekten mit hohen gestalterischen Anforderungen empfiehlt sich die Auswahl anhand der später verwendeten Rohplatten. Kleine Handmuster vermitteln lediglich einen Eindruck des Materials und können die spätere Ausführung nicht vollständig repräsentieren. Bei den Farben zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: Die lange dominierenden schwarzen Arbeitsplatten treten zurück. Zwar werden dunkle Hartgesteine wie Nero Assoluto weiterhin eingesetzt, insgesamt verschiebt sich die Nachfrage jedoch zu warmen Beige-, Sand- und Erdtönen. Während Betonoptiken nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, sind natürliche Materialien mit wohnlicher Ausstrahlung umso gefragter.

Oberflächen: Robust und pflegeleicht

Für Küchenarbeitsplatten eignen sich insbesondere kompakte und widerstandsfähige Natursteine wie Granit, Gneis, Migmatit oder Quarzit. Granit, Gneis und Quarzit sind säurebeständig und sehr kratzfest. Migmatite besitzen vergleichbare Eigenschaften, einzelne Sorten weisen jedoch eine erhöhte Wasseraufnahme auf. Syenite sind ebenfalls sehr kratzfest, jedoch nicht immer säurebeständig. Im Innenausbau beliebte Marmore und Kalksteine sind aufgrund ihrer geringen Säurebeständigkeit für Küchenarbeitsplatten nur eingeschränkt geeignet.
Nach wie vor sind rund 60 Prozent der Küchenarbeitsplatten poliert, satinierte und antik bearbeitete Oberflächen gewinnen jedoch an Bedeutung. Die Bearbeitung wird jedoch immer feiner und weicher in der Anmutung.
Innerhalb der für Küchenarbeitsplatten gebräuchlichen Werkstoffe gilt Naturstein als besonders hitzebeständig. Als Baustoff der Klasse A1 ist er nicht brennbar und setzt im Brandfall keine Schadgase frei.

Naturstein spricht viele Zielgruppen an

Eine Natursteinküche ist längst kein exklusives Luxusprodukt mehr. Sie kann für unterschiedliche Budgets realisiert werden und ist damit für breite Bevölkerungsschichten interessant. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für natürliche Materialien. Wer bei Lebensmitteln auf Bioqualität, Regionalität und möglichst wenige Zusatzstoffe achtet, überträgt diese Haltung zunehmend auch auf die Materialwahl im Wohnbereich. Naturstein passt zu diesem Wunsch nach Authentizität und Natürlichkeit.

Nachhaltigkeit immer wichtiger

Im Gegensatz zur energieintensiven Herstellung keramischer Werkstoffe ist der Energieaufwand bei der Gewinnung und Verarbeitung von Naturstein deutlich geringer. Bei aller Faszination für die Schönheit der Natur spielt auch der ökologische Faktor eine immer bedeutendere Rolle zugunsten von Naturstein. Naturstein braucht keine Lacke oder Beschichtungen und ist von Natur aus frei von unerwünschten Zusatzstoffen. Dank seines kleinen CO2-Fußabdrucks ist er nicht nur umweltfreundlich in der Gewinnung und Verarbeitung, sondern auch problemlos im Rückbau. Naturstein ist auch über sein Nutzungsende hinaus ein Baustoff, kein Sondermüll.

Für Individualisten: massive Küchenblöcke

Ein Sonderfall im Küchendesign sind Outdoorküchen aus massiven Steinblöcken. Dazu werden Becken, Abtropfflächen, aber auch Herdausschnitte ins massive Material eingearbeitet. Solche monolithischen Küchenblöcke sind in den unterschiedlichsten Gesteinsarten realisierbar. Eine besonders individuelle Lösung sind kräftig gezeichnete Küchenblöcke aus Schweinstaler Buntsandstein. Sie machen den Naturstein selbst zum prägenden Gestaltungselement und verbinden Funktion mit skulpturaler Wirkung – im Innenraum ebenso wie als Outdoor-Küche.

Buntsandstein ist ein hochwertiger und langlebiger Werkstoff mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis und einer hervorragenden Energiebilanz. Sein Quarzanteil von 90 bis 95 Prozent verleiht ihm eine hohe Festigkeit und Dauerhaftigkeit. Das Gestein bietet zudem eine große gestalterische Vielfalt. Sein Farbspektrum reicht von blassem Rot über Ziegelrot bis zu hellvioletten Tönen. Gelblich-braune und gelblich-weiße Bereiche schaffen natürliche Kontraste, sodass jeder Küchenblock ein Unikat ist. Unterschiedliche Oberflächenbearbeitungen von bruchrau bis geschliffen ermöglichen sowohl klassische als auch moderne Gestaltungen.