Kreislaufwirtschaft im Fokus – von der Steingewinnung bis zum Bauwerk

Naturstein: Baumaterial mit dem geringsten CO2-Fußabdruck

Naturstein steht wie kein zweiter Baustoff für gelebte Nachhaltigkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Fassadenmaterialien benötigt Naturstein keinen energieintensiven Herstellungsprozess, da er geologisch bereits «fertig gebrannt» vorliegt. Durch Kreislaufwirtschaft etabliert sich Naturstein als Ressource, die ökologische und ökonomische Interessen optimal miteinander verbindet. Naturstein zählt zu den bevorzugten Materialien im nachhaltigen Bauwesen. Durch den Abbau in Steinbrüchen entstehen zudem wertvolle Sekundärlebensräume, die wichtigen Rückzugs- und Entwicklungsraum für die heimische Flora und Fauna bieten.

Die natürliche Ressource Naturstein überzeugt durch seine minimale Umwelteinwirkung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein Beispiel dafür ist die Steingewinnung und die Produktion bei HOFMANN NATURSTEIN: In firmeneigenen und Vertragssteinbrüchen wird mit modernster Technik gearbeitet: Eine mobile Seilsäge schneidet die Rohblöcke auf die benötigte Größe. Dabei werden vor allem Überstände entfernt, die im späteren Produktionsprozess nicht gebraucht werden. So lässt sich der Rohblock optimal weiterverwenden – und der verbleibende Verschnitt bleibt im Steinbruch, wo dieser weiterverarbeitet wird. Die Renaturierung von Steinbrüchen führt stillgelegte Abbauflächen schrittweise in naturnahe Lebensräume zurück.

Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu fördern, indem ursprüngliche Lebensräume wiederhergestellt und zusätzliche Biotope geschaffen werden. Zu den typischen Maßnahmen zählen die Anlage von Gewässern und Feuchtbereichen sowie die Entwicklung von Trockenstandorten, die als wertvolle Habitate für heimische Tierarten und Insekten dienen. Viele dieser Rückzugsräume entstehen erstmals im Zuge der Stilllegung und anschließenden Renaturierung eines Steinbruchs. Im Werk von HOFMANN NATURSTEIN erfolgt die Fertigung von Natursteinelementen mit 100 % Grünstrom aus eigenem Wasserkraftwerk und großflächigen Photovoltaikanlagen.

 

Interview I mit Markus Holder, KSV: «Zirkuläres Bauen ist für uns gelebte Praxis!»

Im nachfolgenden Interview mit Markus Holder (KSV Natursteinwelt) erfahren Sie mehr über die Bedeutung nachhaltigen und zirkulären Bauens für unsere Mitglieder.

Herr Holder, welche Rolle spielt die CO₂-Neutralität in der Produktion von Naturstein im Vergleich zu anderen Baustoffen?

Naturstein ist von Natur aus klimafreundlich. Er entsteht ohne energieintensive Herstellungsprozesse – kein Brennen, kein Schmelzen, keine chemischen Zusätze. Wir versuchen außerdem bei unserem Naturstein Portfolio mit Partnern zusammen zu arbeiten, die mit grünem Strom aus Photovoltaik und Wasserkraft produzieren. So erreicht Naturstein einen CO₂-Fußabdruck, der weit unter dem von anderen Baustoffen wie Beton, Ziegel oder Stahl liegt – und damit ideale Voraussetzungen für nachhaltiges Bauen.

 

Wie tragen regionale Steinbrüche zur Reduzierung von Transportemissionen und damit zur Verbesserung der CO₂-Bilanz bei?

Kurze Wege, große Wirkung: Wir setzen verstärkt auf Natursteine aus europäischen, möglichst regionalen Steinbrüchen. Das reduziert Transportemissionen erheblich, stärkt die heimische Wirtschaft und sorgt für maximale Transparenz in der Herkunft. Nachhaltigkeit beginnt für uns nicht erst beim Produkt, sondern schon bei der Auswahl der Quelle. Allerdings sind die bürokratischen Hürden beim Genehmigungsprozess für neue Abbaustätten hier oftmals ein Hindernis.

 

Wie wird der CO₂-Fußabdruck von Naturstein im Vergleich zu anderen Baustoffen konkret gemessen und welche Einflussfaktoren sind dabei entscheidend? 

Der CO₂-Fußabdruck ergibt sich aus einer ganzheitlichen Lebenszyklusbetrachtung – vom Abbau über die Verarbeitung bis zum Wiedereinsatz. Entscheidend sind Energiequelle, Transportweg, Materialausnutzung und Lebensdauer. Studien zeigen klar: Naturstein verursacht bis zu 90 % weniger CO₂ als viele andere Baustoffe – und punktet zusätzlich durch seine extreme Langlebigkeit.

 

Welche Rolle spielt das Konzept des zirkulären Bauens in der langfristigen Strategie Ihres Unternehmens zur Reduzierung von CO₂-Emissionen? 

Zirkuläres Bauen ist für uns gelebte Praxis. Naturstein ist bei richtigem Einsatz immer wieder verwendbar – ob als Belag, Mauerstein oder Gestaltungselement. Mit innovativen Ideen und Lösungen fördern wir rückbaufähige Konstruktionen, die eine Wiederverwendung erleichtern. So bleibt der Wert im Kreislauf – und das Klima geschont.

 

Warum entscheiden sich immer mehr kommunale Verantwortliche bewusst für die Verwendung von Naturstein bei der Gestaltung innerstädtischer Wege und Plätze?

Dahinter stehen sehr oft ökonomische Überlegungen: Denn mit der Auswahl des richtigen Gesteins kann sich die Kommune sicher sein, dass das Material auch nach jahrzehntelanger Nutzung nicht an Wert verliert. Pflastersteine aus Naturstein – ganz gleich ob neu oder gebraucht – sind wertstabil und verlieren nichts an ihrer Attraktivität. So werden Werte geschaffen, von denen auch nachfolgende Generationen profitieren werden.

 

Unsere Natursteinprofis wissen wie.

Möchten Sie tiefer in die Themen CO₂, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität und Umwelteinwirkung im Bauen mit Naturstein einsteigen? Unsere Fachexperten beraten Sie gerne mit Know-how und praxisnahen Beispielen.